Neues Allheilmittel?

Die großen Automobilhersteller wie VW und BMW haben EINEN, der TÜV Süd hat nun auch EINEN – aber laut einer aktuellen Studie von PwC haben in ganz Europa erst 13% der Unternehmen EINEN…. Was? Einen CDO – Chief Digital Officier.
Es gibt viele Diskussionen und Studien darüber, wie wichtig und wie weit die „Digitale Transformation“ ist. Aber wer im Unternehmen ist dafür verantwortlich – der CIO, der CTO, der CEO oder der CDO? Brauchen die Unternehmen einen dezidierten CDO?
Fangen wir einmal vorne an, was sind die Aufgaben und das Profil eines CDOs? Er soll die Digitalisierung unter betriebswirtschaftlichen und IT-Aspekten strategisch vorantreiben, er soll das Unternehmen auf den „digitalen Weg“ bringen.

Das heißt für sein Profil: Er muss ein Allrounder sein! Bewandert in IT-Themen – dabei nicht zu vergessen Online-Kanäle und soziale Netzwerke, in Betriebswirtschaft, Marketing sowie E-Commerce. Er soll Führungserfahrung haben sowie Know-How in interdisziplinärem Arbeiten und Projektmanagement. Und bestenfalls kommt er aus einer flachen Hierarchie mit einer nicht zu traditionellen Unternehmenskultur.
Denn es handelt sich um eine Position mit einer stark strategischen Dimension, die auf der Geschäftsführungsebene angesiedelt sein sollte. Die digitale Transformation stellt nicht selten bestehende Business-Modelle in Frage, d.h. wer diese Aufgabe und Verantwortung inne hat, muss auch die Befugnis zur Einführung neuer Technologien, innovativer Geschäftszweige und Änderungen in der Unternehmenskultur haben.

Aber die Einstellung eines CDO ist nicht das Allheilmittel, zu einer sinnvollen Digitalisierung gehört viel mehr – und unserer Meinung nach muss es auch nicht auf den Schultern einer Person liegen. Es könnte durchaus auch eine Aufgabe für ein „Digitalisierungsteam“ sein, aus:

  • Mitgliedern aus verschiedenen Bereichen des Unternehmens, die den Blick auf das Unternehmen und ihre Kunden haben,
  • der Geschäftsleitung, die die Veränderung trägt und
  • aus fachkundigen externen Beratern.