Multitasking bremst uns

Digitalisierung und Vernetzung schreiten voran, aber damit auch immer wieder die Frage, in wie weit wir effizienter werden? Eine Studie, wobei insgesamt 3.000 Vollzeit- und Teilzeitbeschäftigte in Deutschland, Großbritannien und Frankreich, 1.000 davon in Deutschland gefragt wurden, fand heraus, dass sich die heutigen Wissensarbeiter in ihrer Produktivität blockiert fühlen.

  • 47% der Befragten sind durch Multitasking überfordert,
  • zu viele Mails sehen 40 % als Problem,
  • ineffiziente Meetings beklagen 35%.

Was zum Ergebnis hat, dass nur 17% der 17-54 Jährigen und 26% der über 55 Jährigen ihr volles Produktivitätspotential ausschöpfen können.
Warum ist das so? Die Hirnforschung gibt Antworten!
Jeder von uns versucht mehrere Aufgaben gleichzeitig zu erledigen – Telefonieren und E-Mails beantwortet, gleichzeitig aufs Smartphone schauen… Eine Auswertung hat ergeben, dass wir im Durchschnitt 53 Mal am Tag den Bildschirm des Smartphones entsperren.
Das alles kostet hohe Konzentration, unglaubliche Anstrengung und unser Gehirn ist damit überfordert. Wissenschaftliche Untersuchungen belegen, dass unser Hirn viel besser funktioniert, wenn es nur eine Aufgabe zu bewältigen hat, denn dann können sich beide Hirnhälften darauf konzentrieren. Ein weiterer Versuch an der Universität Michigan – mit 300 Personen – zeigt, dass bei der Erledigung einer Aufgabe doppelt so viele Fehler gemacht werden, wenn man Unterbrechungen, wie Anrufen oder das Aufpoppen von Nachrichten auf dem Handy, ausgesetzt ist.
Die zweite Folge der ständigen Ablenkungen ist, dass der Mensch sich nur noch 9 Sekunden auf eine Sache konzentrieren kann. Vor 15 Jahren waren es noch 12 Sekunden.
Müssen wir wirklich alles gleichzeitig machen, immer erreichbar sein oder sollten wir nicht öfter mal das Schild „bitte nicht stören“ nutzen, um in Ruhe effektiv unsere Arbeit zu verrichten? Wir Menschen sind – auch wenn wir es gerne wären – nicht wirklich multitaskingfähig…