Industrie 4.0 – Hype oder Luftschloss?

Industrie 4.0 als Puzzlestück der Digitalen Transformation und Kernthema der „Digitalen Agenda“ der Bundesregierung. Laut Wikipedia geht der Begriff „Industrie 4.0“ auf die Forschungsunion der deutschen Bundesregierung zurück und beschreibt die Verzahnung der industriellen Produktion mit modernster Informations- und Kommunikationstechnik. Im „wahren“ Leben geht es um intelligente und flexible Fabriken mit verbesserter Zusammenarbeit zu geringeren Kosten und mit mehr Umsatz…

Der Hype ist groß, die Hoffnungen auch, aber wieviel Potential haben die deutschen Unternehmen tatsächlich? Made in Germany ist ein Qualitätsmerkmal. Helfen die deutschen Tugenden wie Nachhaltigkeit, Ausbildung und Sicherheit hier – oder bremsen sie vielleicht die Digitalisierung?

MacKinsey sagt, dass 44% der deutschen Unternehmen im letzten Jahr keine oder nur begrenzte Fortschritte in der Digitalisierung machten (laut Befragung von 300 Entscheidern aus der Deutschen Industrie). Es fehlt an der digitalen Infrastruktur, es wird an starren Geschäftsmodellen und Datenschutz-Debatten festgehalten und oft treten deutsche Industrie-Unternehmen als Einzelkämpfer und sehr auf ihren Vorteil bedacht, auf. Zwar schneidet Deutschland damit besser ab als die USA und Japan, jedoch handelt es sich faktisch bei der „Digitalisierung der Fabriken“ um 10% geringere Kosten und 10% höheren Umsatz. Das reicht bei weitem noch nicht aus, um von einem Gelingen der Industrie 4.0 zu sprechen.

Man muss erst gehen lernen, bevor man rennen kann – das heißt die Unternehmen müssen zuerst neue Geschäftsmodelle entwickeln bevor sie die Fabriken digitalisieren können…


Quelle Bild: Digitale Transformation. ein Zitat aus dem „Digital Transformation Report“, Capgemini Consulting